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MWG digital

Die digitale Max Weber-Gesamtausgabe.

[321]Editorischer Bericht

Zur Entstehung

Erich Kaufmann, später einer der bedeutendsten deutschen Rechtswissenschaftler, hatte im Jahre 1906 seine Dissertation „Studien zur Staatslehre des monarchischen Prinzipes“ vorgelegt.
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[321] Kaufmann, Erich, Studien zur Staatslehre des monarchischen Prinzipes. – Leipzig: O. Brandstetter 1906. Vgl. hierzu Smend, Rudolf, Zu Erich Kaufmanns wissenschaftlichem Werk, in: Um Recht und Gerechtigkeit. Festgabe für Erich Kaufmann zu seinem 70. Geburtstage. – Stuttgart/Köln: Kohlhammer 1950, S. 391–400, hier S. 392 f., sowie das „Verzeichnis der Veröffentlichungen Erich Kaufmanns“, ebd., S. 401 f.
Im Jahre 1908 wurde er in Kiel mit einer Arbeit über „Auswärtige Gewalt und Kolonialgewalt in den Vereinigten Staaten von Amerika“ habilitiert.
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Kaufmann, Erich, Auswärtige Gewalt und Kolonialgewalt in den Vereinigten Staaten von Amerika. Eine rechtsvergleichende Studie über die Grundlagen des amerikanischen und deutschen Verfassungsrechts. – Leipzig: Duncker & Humblot 1908.
Diese Arbeit stellte, wie Kaufmann selbst bemerkte, „eine Kreuzung“ dar „zwischen meinen eigenen Studien über das Wesen und Werden der modernen Staatsidee und den Anregungen, die ich den seminaristischen Übungen des ersten Roosevelt-Professors Mr. John William Burgess im Wintersemester 1906/1907“ an der Berliner Universität zu danken hatte.
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Ebd., S. VII.
In der zeitgenössischen Literatur wurde Kaufmanns Arbeit denn auch als „erste Frucht des Professorenaustausches zwischen dem Deutschen Reiche und den Vereinigten Staaten von Amerika“ angesehen.
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Bendix, Ludwig, [Rezension von:] Erich Kaufmann. Auswärtige Gewalt und Kolonialgewalt in den Vereinigten Staaten von Amerika, in: Zeitschrift für Politik, Band 2, 1909, S. 130–133, hier S. 130.
Kaufmann ging es in seinem Werk um eine kritische „Vergleichung der beiden grundlegenden Staatsauffassungen, auf denen die Verfassungen und die Jurisprudenz der Vereinigten Staaten und Deutschlands beruhen.“
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Kaufmann, Auswärtige Gewalt, S. IX.
Diesen Vergleich führte er an einer aktuellen Einzelfrage durch. Es war ihm [322]zu tun „um die verfassungsrechtlichen Grundlagen für die Weltpolitik, in die das neue Deutsche Reich und die Vereinigten Staaten von Amerika als letzte Mächte eingetreten sind: um die auswärtige Gewalt und die Kolonialgewalt.“
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[322] Ebd., S. VII.
Kaufmanns Studie wurde in der Öffentlichkeit sehr beachtet.
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Schücking, Walther, [Rezension von: Erich Kaufmann,] Auswärtige Gewalt und Kolonialgewalt in den Ver[einigten] Staaten von Amerika, in: Deutsche Juristen-Zeitung, 14. Jg., 1909, Sp. 1341–1342, sowie Rehm, Hermann, [Rezension von:] Kaufmann, Erich, Auswärtige Gewalt und Kolonialgewalt, in: Das Recht. Rundschau für den Deutschen Juristenstand, 13. Jg., 1909, Sp. 215.
Im Rahmen dieser Diskussion verfaßte Max Weber die im folgenden abgedruckte Besprechung, die, mit „(W.)“ signiert, im September-Heft 1908 des Archivs für Sozialwissenschaft und Sozialpolitik erschien.

Zur Überlieferung und Edition

Ein Manuskript ist nicht überliefert. Der Abdruck folgt dem Text, der im Archiv für Sozialwissenschaft und Sozialpolitik, hg. von Werner Sombart, Max Weber und Edgar Jaffé, Band 27, Heft 2, 1908, S. 618–619, in der Rubrik „Literatur-Anzeiger“ erschien (A). Diese Besprechung gehört zu den drei mit „(W.)“ signierten Rezensionen in diesem Heft,
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Neben der Rezension von Kaufmann handelt es sich dabei um die Besprechungen der Arbeiten von Hermann Schumacher, Die Ursachen der Geldkrisis (in diesem Band abgedruckt, oben, S. 318–320), sowie von Christian von Ehrenfels, Sexualethik (Grenzfragen des Nerven- und Seelenlebens, Heft 56). – Wiesbaden: J. F. Bergmann 1907 (MWG I/12).
deren Autorschaft Max Weber aufgrund einer entsprechenden Mitteilung Edgar Jaffés an den Verleger Paul Siebeck eindeutig zugeschrieben werden kann.
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Brief Edgar Jaffés an Paul Siebeck vom 10. Sept. 1908, VA Mohr/Siebeck, Tübingen, Nr. 248. Vgl. dazu auch oben, S. 317.