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Die digitale Max Weber-Gesamtausgabe.

[293]Die badische Fabrikinspektion

[[A 1]]Heidelberg, 23. Jan[uar]
a
[293] Fehlt in B.
Nachdem ein Mitglied der badischen
b
B: bad.
Fabrikinspektion es für angezeigt gehalten hat (Frankfurter Zeitung Nr. 22, erstes
c
B: 22 1.
Morgenblatt), sich über den Austritt von Fräulein Dr. Baum öffentlich zu äußern,
1
[293] Gemeint ist die Zuschrift des badischen Fabrikinspektors Eduard Föhlisch, in: Frankfurter Zeitung, Nr. 22 vom 22. Jan. 1907, 1. Mo.Bl., S. 1; auch abgedruckt in: Badische Landeszeitung, Nr. 40 vom 24. Jan. 1907, Ab. Bl., S. 1. Vgl. dazu auch den Editorischen Bericht, oben, S. 289.
scheint mir ein weiteres Schweigen anderer um so weniger am Platz, als die Mitteilung des Herrn Fabrikinspektor
d
B: Fabrikinspektors
Dr. Föhlisch
e
B: Föhlisch,
wie ich selbstverständlich annehme: gegen
f
B: annehme, gegen
seine Absicht –
g
B: Absicht, –
irreführend ist und den Kern des Sachverhalts direkt verdeckt. Meine Kenntnis des letzteren rührt, um dies klar zu stellen,
h
B: klarzustellen,
davon her, daß ich zweimal in die Lage kam, von der Fabrikinspektorin um eine rein objektive
i
B: einer rein objektiven
Begutachtung der sachlichen Begründetheit ihrer Gesuche an das Ministerium
2
Marie Baum hatte im Laufe der Auseinandersetzungen in ihrer Dienststelle mehrere Eingaben sowie am 2. Juli 1906 und am 2. Januar 1907 Entlassungsgesuche an das badische Innenministerium gerichtet, auf die Max Weber sich hier bezieht. Dies geht aus einem Bericht dieses Ministeriums an das Großherzogliche Staatsministerium vom 23. Januar 1907 hervor, GLA Karlsruhe, Staats-Ministerium. Generalia. Gewerbe, 233/31 124. Die Entlassungsgesuche selbst sind im GLA Karlsruhe nicht nachgewiesen. Vgl. dazu auch den Editorischen Bericht, oben, S. 288.
gebeten zu werden. Ich konnte in beiden Fällen ihr Vorgehen nur unvermeidlich finden. Ich bemerke endlich noch ausdrücklich, daß ich eine Zustimmung der Fabrikinspektorin zu den nachfolgenden Ausführungen nicht eingeholt habe und es mir auch gleichgültig ist, ob sie eine solche erteilen würde. Denn ich beabsichtige nicht etwa, sozusagen als „Kavalier“ für sie einzutreten –
j
B: einzutreten, –
was sie sich vermutlich sehr verbitten würde –,
k
A: würde – ; B: würde, –
sondern es handelt sich hier
l
A: mir
um gewisse allgemeine sachliche Konsequenzen
m
In B nicht hervorgehoben.
, die aus dem Vorgang zu ziehen sind. Um diese klarzu[294]legen, ist allerdings ein Eingehen auch auf die wenig erfreulichen Anlässe der beiden Entlassungsgesuche unvermeidlich.
1)
[294][A 1] Wie ich der Sicherheit halber ausdrücklich bemerke, bin ich gänzlich unbeteiligt an den Zeitungserörterungen,
5
Die Vorgänge in der badischen Fabrikinspektion wurden in der Presse ausführlich behandelt. Siehe etwa Frankfurter Zeitung, Nr. 16 vom 16. Jan. 1907, 2. Mo.Bl., S. 1, sowie Badische Landeszeitung, Nr. 33 vom 21. Jan. 1907, Mi. Bl., S. 2.
über die sich, wie ich sehe, Herr Dr. Bittmann in etwas ungewöhnlicher Form beschwert.
6
Eine öffentliche Reaktion Bittmanns ist nicht nachgewiesen.
Meinerseits habe ich im Sommer v[origen] J[ahres] der „Frankfurter Zeitung“
c
B: Frankf. Zeitung
eine Besprechung des Buchs von Fräulein Dr. Baum geliefert,
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Weber, Max, Zur Stellung der Frau im modernen Erwerbsleben, in: Frankfurter Zeitung, Nr. 222 vom 13. Aug. 1906, Mo.Bl., S. 1, in diesem Band abgedruckt, oben, S. 283–287.
aus welcher die unmittelbar Beteiligten (aber nur diese)
d
In B fehlen die Klammern.
Kenntnis und innere Stellungnahme zu den schon damals spielenden Konflikten herauslesen konnten (und auch sollten), die sich aber natürlich jeden
e
A: jedes
Angriffs peinlich enthielt.
Es ist nicht richtig, daß – wie ein ununterrichteter Leser [A 2]nach den Ausführungen des Herrn Dr. Föhlisch annehmen wird – die Fabrikinspektorin eine größere Selbständigkeit dem Vorstand
n
[294] In B nicht hervorgehoben.
der Fabrikinspektion, Herrn Dr. Bittmann, gegenüber,
o
B: gegenüber
für sich, im Unterschiede zu anderen Beamten, zu
p
B: Beamten zu
„erzwingen“ versuchte
q
B: versucht
und daß das Mißlingen dieses Versuches
r
B: Versuchs
ihren Austritt zur Folge gehabt habe.
3
[294] Entsprechende Passagen der Zuschrift Föhlischs sind zitiert im Editorischen Bericht, oben, S. 289.
Sie hatte sich selbstverständlich durchaus mit derjenigen Gleichstellung
s
In B nicht hervorgehoben.
mit den anderen, dem Vorstand ebenso wie sie
t
B: sich
selbst untergeordneten, Kollegen
u
B: untergeordneten Kollegen
zu begnügen, welche bis zum Frühjahr 1906
a
B: 906
ohne jeden sachlichen Schaden bestand.
4
Vermutlich Anspielung auf den Entzug des sog. „Stellvertretungsrechts“. Zu welchem Zeitpunkt dies genau geschah, läßt sich nicht nachweisen. In der Eingabe des „Vereins Frauenbildung – Frauenstudium“ ist die Rede davon, daß „seit Mai 1905 […] die sachlich unmotivierte Entziehung des Vertretungsrechts“ bestehe. In: Die Frau. Monatsschrift für das gesamte Frauenleben unserer Zeit, hg. von Helene Lange, 14. Jg., 1906/07, S. 432–434, hier S. 432.
Eben diese Gleichstellung aber hielt Herr Dr. Bittmann damals, also nachdem die Beamtin sich als solche, nach Herrn Dr. Föhlischs Worten, [295]„dienstlich
b
B: solche nach Herrn Föhlischs Worten „dienstlich
außerordentlich bewährt“ hatte,
8
[295] Föhlisch hatte in seiner Zuschrift (vgl. oben, S. 293, Anm. 1) Marie Baum als eine „reich begabte und in der Folge dienstlich außerordentlich bewährte Beamtin“ bezeichnet. Siehe dazu auch den Editorischen Bericht, oben, S. 289.
für angemessen, ihr
f
[295]A: angemessen ihr
zu entziehen. Von anderen, dem Wesen nach ähnlichen Änderungen abgesehen,
g
Fehlt in A.
wurde der in jeder Behörde selbstverständliche Grundsatz, daß eine etwa erforderliche Vertretung des Chefs von den Beamten nach dem Dienstalter versehen würde, umgestoßen, und es wurde sie – aber
h
B: und
nur sie – in diesem Falle auch im Dienst jüngeren, also im Amt unerfahreneren und
i
B: unerfahreneren, und
(wie ich beifügen möchte) bisher doch auch in keiner Weise mit solchen Leistungen, wie sie sie aufzuweisen hat, hervorgetretenen Kollegen dienstlich unterstellt. – Sie ihrerseits beantragte nun in einer Eingabe an das Ministerium
9
Diese Eingabe ist im GLA Karlsruhe nicht nachgewiesen.
lediglich
j
In B nicht hervorgehoben.
die Abstellung des für sie unerträglichen Zustandes, daß sowohl bei solchen Stellvertretungsfällen, als auch
k
B: und
außerhalb dieser, unter
l
B: dieser unter
der Form sog. „Korreferate“,
m
B: Korreferate
diese jungen
n
B: junge
Herrn in die Lage kamen, die Entwürfe der dienstälteren Fabrikinspektorin sachlich zu ändern und stilistisch durchzukorrigieren, eine Gelegenheit, von der sie nicht ungern Gebrauch machten. Sie verlangte also nicht einmal Gleichstellung mit den jüngeren Kollegen, sondern lediglich Sicherung ihrer eigenen Tätigkeitssphäre gegen die Folgen einer, lediglich
o
B: einer lediglich
um ihres Geschlechts willen erfolgten, Zurücksetzung
p
B: erfolgten Zurücksetzung
.
Das Ergebnis war, daß Herr Dr. Bittmann sie in leidenschaftlichster Form mit rein persönlichen Beleidigungen überschüttete, um alsdann, als die Inspektorin beim Ministerium Remedur beantragte, die wesentlichen Teile seiner Äußerungen abzuleugnen und sein Verhalten als Erteilung einer „dienstlichen Rüge“ zu deuten. Um alsdann diese letztere zu motivieren, trug er ihr den Inhalt eines Aufsatzes vor, in welchem Dinge, wie: daß sie im Hause dieses oder jenes Beamten nicht verkehre, daß, wie einer ihrer jüngeren Kollegen zu Protokoll gegeben habe, sie diesen auf der Straße nicht freundlich genug gegrüßt habe und dergl. als Belastungsmaterial
q
B: „Belastungsmaterial“
[296]figurierten. – Die Fabrikinspektorin forderte ihre Entlassung.
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[296] Gemeint ist das Entlassungsgesuch vom 2. Juli 1906. Vgl. oben, S. 293, Anm. 2.
Sie glaubte jedoch, jede noch so berechtigte persönliche Empfindung zurückstellen zu sollen, nachdem das Ministerium ihre vorhin erwähnten sachlichen Anträge in einer neuen Dienstanweisung
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Die Dienstanweisung ist im GLA Karlsruhe nicht nachgewiesen.
als berechtigt anerkannt zu haben schien.
Alsbald aber mußte sie die Erfahrung machen, daß auch diese Verfügung vom Vorstande und ihren männlichen Kollegen dahin interpretiert wurde (formal mit Recht), daß sie im
r
[296]A: in
Stellvertretungsfall nach wie vor evtl.
s
B: event.
der einseitigen Korrektur ihrer dienstjüngeren Kollegen unterstehe. Bezüglich eines anderen Punktes gab der Vorstand überdies in der Sitzung ihren Kollegen die „dienstliche Anweisung“, die Verfügung des Ministeriums in Bezug
a
B: bezug
auf sie nicht
b
In B hervorgehoben.
zu befolgen. – Sie erbat und erhielt daraufhin vom Ministerium die Erlaubnis, auf jenen nicht erledigten Punkt
c
A: Punkte
ihres Gesuchs
d
B: Gesuches
nach einiger Zeit zurückzukommen. Sie tat dies Mitte Dezember in einer neuen Eingabe.
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Ob Marie Baum im Dezember 1906 eine Eingabe an das badische Innenministerium richtete, ist unsicher. Möglicherweise bezieht sich Max Weber hier auf das mit einer Begründung versehene Entlassungsgesuch vom 2. Januar 1907, vgl. oben, S. 293, Anm. 2.
Das Ergebnis war wiederum, daß der Vorstand, Herr Dr. Bittmann, diesmal in Anwesenheit der Beamten und zweifellos wohlüberlegt
e
A, B: wohl überlegt
, sie mit persönlichen Beschimpfungen bedachte, dergestalt, daß der Minister nach Besprechung des Falles
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Unterlagen oder Notizen über eine solche Besprechung sind im GLA Karlsruhe nicht nachgewiesen.
eine dienstliche Ahndung in Aussicht stellte. Die Fabrikinspektorin beharrte jedoch auf ihrem erneut eingereichten Entlassungsgesuche. – Dies ist in den
f
Fehlt in B.
wesentlichen Punkten der Hergang.
Der andere Ton und vor allem der andere Geist,
g
B: und, vor allem, der andere „Geist“,
der unter rishoffer
14
Friedrich Woerishoffer war von 1879 bis 1902 in der badischen Fabrikinspektion tätig, seit 1892 als deren Vorstand. Vgl. Bocks, Wolfgang, Die badische Fabrikinspektion. Arbeiterschutz, Arbeiterverhältnisse und Arbeiterbewegung in Baden 1879 bis 1914. – Freiburg/München: Verlag Karl Alber 1978, S. 38 und S. 567 f.
in der Fabrikinspektion herrschte, hing wahrlich nicht,
h
In B nicht hervorgehoben.
[297]wie die Ausdrucksweise des Herrn Dr. Föhlisch den Leser vermuten lassen kann, mit der Krankheit seiner allerletzten Lebensjahre zusammen.
15
[297] Föhlisch hatte in seiner Zuschrift (vgl. oben, S. 293, Anm. 1) behauptet, daß die größere Selbständigkeit der einzelnen Fabrikinspektoren „in den letzten Jahren vor Wörishoffers Tod infolge dessen schwerer Erkrankung“ eingetreten sei.
Im Gegenteil: es bewährte sich gerade auf der Höhe seiner langjährigen glänzenden Leitung die Fähigkeit seiner vornehmen Natur, durch andere und weniger subaltern geartete Mittel, als durch den „Zwang
i
[297]A: Zwang
bureaukratischer Usancen“, von dem Herr Dr. Föhlisch euphemistisch spricht,
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Die entsprechende Passage ist zitiert im Editorischen Bericht, oben, S. 289.
die Einheitlichkeit des Wirkens der Behörde zu wahren. Solche „Usancen“, wie die hier geübten, entsprechen auch der alten Tradition des badischen Beamtentums keineswegs. Sie sind ein Importartikel. Ich erinnere mich recht lebhaft des grenzenlosen Erstaunens, in welches meine badischen Verwandten, zum Beispiel
j
B: z.B
der so früh verstorbene frühere Staatsanwalt Jolly,
k
A: Jolly ; B: Jolly,
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Gemeint ist Julius Jolly, der Sohn einer Halbschwester von Max Webers Mutter Helene Weber. Er starb 1898 im Alter von 42 Jahren.
gerieten, wenn ich ganz unbefangen von persönlichen Erlebnissen auf preußischen Bureaus der damaligen Zeit (vor 15–20 Jahren) erzählte. Und die Schuld dafür, daß die Fabrikinspektorin Dr. Baum sich in die heutige badische Inspektion nicht zu schicken vermag, liegt absolut nicht an irgend welcher Besonderheit ihrer mir ziemlich genau bekannten Charaktereigenschaften, von denen man nur wünschen kann, daß sie ihr mit recht vielen unsrer
l
B: unserer
Beamten gemeinsam sein mögen. Sie hat, wie ich den anerkennenden Worten des Herrn Dr. Föhlisch hinzufügen möchte, wohl etwas mehr vom Leben gesehen, als die meisten ihrer männlichen Kollegen. Und sie hat insbesondere gerade in der straffen Disziplin, welcher auch selbständige und Verantwortliche Stellungen, wie
m
A: Stellung wie
sie sie im großindustriellen Gcschäftsleben inne gehabt hat,
18
Marie Baum war nach dem Studium der Chemie 1899 in die Patentabteilung der AGFA in Berlin eingetreten.
aus Gründen sachlicher Notwendigkeit unterstehen müssen, sich bewährt. –
[298]Die Schuld liegt, zum einen Teil, offensichtlich in
n
[298]B: an
der Persönlichkeit des Herrn Geh. Rat Dr. Bittmann. – –
Zum andern
o
B: anderen
aber, und das ist der mich an dieser ganzen bedauerlichen Angelegenheit wesentlich interessierende Punkt, liegt sie in gewissen sachlichen
p
In B nicht hervorgehoben.
Fehlern, die bei der Gestaltung der Stellung der Fabrikinspektorin gemacht worden sind. Das Ministerium des Innern hat Fräulein
q
B: Frl.
Dr. Baum persönlich stets das größte und,
r
A: größte, und,
wie ich weiß, dankbar empfundene Wohlwollen entgegengebracht. Allein es hat – zweifellos in bester Absicht – geglaubt, gewissen „Vorurteilen“, oder sagen wir besser gerade heraus: der männlichen Geschlechtseitelkeit, eine
s
B: Geschlechtseitelkeit eine
Konzession machen zu müssen, indem es sich für die Anschauung gewinnen ließ, eine staatliche Behörde dürfe – „nach außen“, wie man sagte – nur durch männliche Beamte vertreten werden, und indem es deshalb die Wiederbeseitigung
t
In B hervorgehoben.
der für die sachlichen Interessen des Dienstes absolut unschädlichen Gleichstellung
u
In B vollständig hervorgehoben.
der Beamten beider Geschlechter zuließ. Dem Ministerium ist dabei offenbar ganz entgangen, daß das praktische Ergebnis jenes „Prinzips“
v
B: Prinzips
und der auf ihm beruhenden „neuen Dienstanweisung“
w
B: neuen Dienstanweisung
19
[298] Vgl. oben, S. 296, Anm. 11.
ja gerade das Umgekehrte
a
B: umgekehrte
ist: Gerade nach außen, in der allerdings recht anstrengenden und daher von den männlichen Beamten ihr sehr bereitwillig mitüberlassenen Revision der Fabriken[,] „repräsentiert“ heute
b
In B nicht hervorgehoben.
auch die Fabrikinspektorin den Staat, den Fabrikanten und sonst Beteiligten gegenüber. Gerade im Innern der Behörde, im Verhältnis der Kollegen untereinander, sind, wie
c
A: sind wie
das Vorstehende ergibt, der männlichen Geschlechtseitelkeit jene Konzessionen zu Gute
d
B: zugute
gekommen. Und überdies sind, ganz natürlicher Weise und wie auch der Erfolg gezeigt hat, die Empfindungen, denen man jene Konzessionen machte, gerade dadurch erst recht geweckt worden und haben den Bruch herbeigeführt. Findet sich für diese Stelle eine Beamtin von ähnlicher Tüchtigkeit, so muß sich der Vorgang, wenn man von jener Differenzierung der Geschlechter wirklich nicht abgehen will, [299]s.Ζ.
e
[299]B: z.Z.
in ganz ähnlicher Weise wiederholen. Denn eine, lediglich
f
In B hervorgehoben.
um ihres Geschlechts willen und ohne
g
In B hervorgehoben.
Rücksicht auf ihre Leistungen deklassierte Beamtin wird nie die unentbehrliche Arbeitsfreude im Beruf haben. Die Differenzierung nach dem Geschlecht muß jeden Versuch mit der Anstellung weiblicher Beamten von vornherein diskreditieren, und es ist daher dringend zu wünschen, daß er nunmehr überhaupt unterbleibt. Man muß das Experiment mit der weiblichen Fabrikinspektion in Baden meines Erachtens als gescheitert
h
In B hervorgehoben.
ansehen –
i
B: ansehen,
aber freilich sich darüber klar sein, woran
j
In B hervorgehoben.
es gescheitert ist.
Max Weber