[470]Editorischer Bericht
Zur Entstehung
Nach den ersten Initiativen zur Gründung eines „Verbandes für internationale Verständigung“
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sollte es noch über ein Jahr dauern, bis sich dieser konstituierte.[470] Vgl. dazu und zu den Zielen des Verbandes den Editorischen Bericht zum „Aufruf zur Begründung eines Verbandes für internationale Verständigung“, oben, S. 459–461.
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Die Gründungsversammlung fand am 11. Juni 1911 in Frankfurt a.M. statt. Die 41 Teilnehmer wählten den Zentralvorstand des Verbandes: den Münchener Rechtsprofessor Emanuel von Ullmann als Vorsitzenden, Otfried Nippold und Walther Schücking als dessen Stellvertreter, den Bankier Hermann Maier als Schatzmeister sowie den Würzburger Staatsrechtslehrer Robert Piloty. Vgl. dazu Chickering, Roger, Imperial Germany and a World without War. The Peace-Movement and German Society, 1892–1914. – Princeton: Princeton University Press 1975, S. 151 f., sowie ders., A Voice of Moderation in Imperial Germany: The „Verband für internationale Verständigung“ 1911–1914, in: Journal of Contemporary History, vol. 8, 1973, S. 147–164, hier S. 156.
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Besondere Aufmerksamkeit widmeten sie dem Punkt 5 der Tagesordnung, der „Feststellung der Statuten“. Zur Gründungsversammlung vgl. u. a. den Bericht in der Frankfurter Zeitung, Nr. 161 vom 12. Juni 1911, 1. Mo.Bl., S. 1.
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Allerdings trat der „Verband“ auch nach seiner formellen Gründung zunächst öffentlich kaum in Erscheinung. Ebd. Siehe dazu auch die Einladung zur konstituierenden Versammlung nebst beigeschlossener Tagesordnung im BA Koblenz, Nl. Hans Wehberg, Nr. 67.
Die durch die Entsendung eines deutschen Kanonenboots nach Agadir im Sommer 1911 ausgelöste „zweite Marokkokrise“, die Europa einmal mehr an den Rand eines Krieges führte,
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gab dem „Verband“ Anlaß, erneut für seine Ziele zu werben. Zu Beginn des Jahres 1912 veröffentlichte er einen Aufruf, der sowohl in zahlreichen Tageszeitungen abgedruckt wurde Näheres zur Marokkokrise siehe unten, S. 472, Anm. 1.
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[471]als auch als Separatdruck erschien. Frankfurter Zeitung, Nr. 30 vom 31. Jan. 1912, 1. Mo.Bl., S. 2, sowie Heidelberger Neueste Nachrichten, Nr. 29 vom 3. Febr. 1912, S. 1.
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Dem Aufruf war eine umfangreiche Namensliste beigegeben, die in der Rubrik „Aus der Zahl der Mitglieder“ auch den Namen Max Webers enthält. Zwar gibt es in der Korrespondenz Max Webers aus dieser Zeit keinerlei Hinweis darauf, daß er im „Verband für internationale Verständigung“ oder an der Entstehung dieses Aufrufs aktiv beteiligt war, doch dürfte er sich mit den Zielen dieser Aktion einverstanden erklärt haben. Denn aus den Unterlagen im Bundesarchiv Koblenz, Nachlaß Hans Wehberg, ergibt sich, daß die Mitglieder ausdrücklich um die Erlaubnis gebeten wurden, ihren Namen verwenden zu dürfen. Ein Korrekturabzug des von diesem Aufruf angefertigten Separatdrucks trägt am linken oberen Rand folgenden Hinweis: „Diejenigen Mitglieder, die nicht wünschen, daß ihr Name im Aufruf aufgeführt werde, werden gebeten, dies umgehend mitzuteilen.“[471] Exemplare dieses Separatdrucks befinden sich im BA Koblenz, Nl. Hans Wehberg, Nr. 67.
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Da der Name Max Webers sowohl in den Zeitungen als auch im Separatdruck aufgeführt ist, kann davon ausgegangen werden, daß er mit seiner Nennung einverstanden war. Allerdings ist über seine Reaktion nichts bekannt. Ebd.
Zur Überlieferung und Edition
Der Abdruck folgt dem Text, wie er uns im Separatdruck des „Aufrufs“ im BA Koblenz, Nl. Hans Wehberg, Nr. 67, überliefert ist (A). Neben fünf Mitgliedern des „Zentralvorstands“ und den 41 Mitgliedern des „Ausschusses“ sind hier aus der Zahl der Mitglieder namentlich rund 100 Personen aufgeführt, darunter auch Max Weber. Der Abdruck des „Aufrufs“ in den Tageszeitungen wird hier vernachlässigt.