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MWG digital

Die digitale Max Weber-Gesamtausgabe.

[316]Editorischer Bericht

I. Zur Entstehung

Der Jurist Ferdinand Schmid hielt auf dem Zweiten Soziologentag einen Vortrag mit dem Titel „Das Recht der Nationalitäten“, der am 21. Oktober in der Nachmittagssitzung stattfand.
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[316] Schmid, Ferdinand, Das Recht der Nationalitäten, in: Verhandlungen DGS 1912, S. 55–72.
Max Weber beteiligte sich an der Debatte mit einem kurzen Beitrag.
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Unten, S. 318.
Den Kongreß hielt die Deutsche Gesellschaft für Soziologie vom 20. bis 22. Oktober 1912 in Berlin ab.
Schmid führte aus, daß der „Hauptsitz“
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Schmid, Das Recht der Nationalitäten, in: Verhandlungen DGS 1912, hier S. 68.
des Rechts der Nationalitäten immer in einem Staat mit verschiedenen nationalen Zugehörigkeiten sei. Infolge der derzeitigen „internationalen Wanderbewegung“
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Ebd., S. 70.
bekomme die Frage wachsende Bedeutung, ob das Recht der Nationalitäten nach dem Prinzip der Personalität oder der Territorialität gestaltet werden solle.
5
Vgl. ebd.
Durch Untersuchungen zu verschiedenen Kulturstaaten und ihrer jeweiligen Fassung des Nationalitätenrechts könne die „Wissenschaft der Soziologie“ an deren Beantwortung mitarbeiten.
Mit Webers Diskussionsbeitrag begann die Debatte, die sich aber in der Hauptsache auf den Vortrag von Paul Barth und die am Vormittag begonnene Diskussion bezog.
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Vgl. dazu Weber, Die Nationalität in ihrer soziologischen Bedeutung, oben, S. 307–315.
Im Anschluß an die Debatte erstattete Weber im Auftrag des Vorstandes den „Rechenschaftsbericht für die abgelaufenen beiden Jahre“.
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Weber, Rechenschaftsbericht für die abgelaufenen beiden Jahre. Rede auf dem Zweiten Deutschen Soziologentag in Berlin am 21. Oktober 1912, in: MWG I/13, S. 411–417.

[317]II. Zur Überlieferung und Edition

Ein Manuskript ist nicht überliefert. Der Redebeitrag Max Webers folgt dem Abdruck in den Verhandlungen des Zweiten Deutschen Soziologentages vom 20.–22. Oktober 1910 in Frankfurt a. M. – Tübingen: J.C.B. Mohr (Paul Siebeck) 1913, S. 72 (A), der auf der Grundlage einer stenographischen Mitschrift erfolgte, die nicht überliefert ist. Der Beitrag ist eingeführt mit „Professor Max Weber (Heidelberg)“.
Weber, der – wie auch für den Ersten Deutschen Soziologentag – die Redaktion für den Druck der Verhandlungen des Zweiten Deutschen Soziologentages besorgte,
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[317] Vgl. den Editorischen Bericht zu Weber, Die Nationalität in ihrer soziologischen Bedeutung, oben, S. 306, sowie den Editorischen Bericht zu Weber, Technik und Kultur, oben, S. 224 f.
veranlaßte durch Nachfrage, daß Ferdinand Schmid das Manuskript seines Redetextes überhaupt rechtzeitig für die Veröffentlichung vorlegte.
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Vgl. den Brief Max Webers an Paul Siebeck vom [26. April 1913], MWG II/8, S. 208, sowie Hg.-Anm. 1 und 2.
Da Weber die redaktionelle Überarbeitung dieser Verhandlungen verantwortete, hat der Abdruck seines Redebeitrages als von ihm autorisiert zu gelten.
10
Vgl. dazu den Editorischen Bericht zu Weber, Die Nationalität in ihrer soziologischen Bedeutung, oben, S. 306.